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james james ist männlich




Dabei seit: 30 Sep, 2012
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Ordung hat vermutlich auch etwas mit der ganzen Einstellung zum Leben zu tun und welchen Rang (welche Wichtigkeit) sie im Leben jedes Einzelnen einnimmt. Ferner kommt es auch darauf an, was einem in der Wohnumgebung wichtig ist und welches Ornungssystem man sich einrichtet, um etwas möglichst praktisch einzuordnen.


25 Dec, 2015 18:34 47 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
james james ist männlich




Dabei seit: 30 Sep, 2012
Beiträge: 8516

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Ordnung ist ein Heilungsfaktor. Eine sinnvolle Ordnung spart Energie und macht frei für das Wesentliche.

Anselm Feuerbach


29 Dec, 2015 00:28 15 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
Lalitpur43 Lalitpur43 ist weiblich




Dabei seit: 15 Sep, 2012
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ich denke auch dass Ordnung je nach Person verschieden ist. Kann gut sein, dass es auch mit der Lebenseinstellung zu tun hat.
Ich denke ein Faktor ist auch wie man aufgewachsen ist. Wie wichtig war Ordnung in der Familie.


29 Dec, 2015 10:56 13 Lalitpur43 ist offline Email an Lalitpur43 senden Beiträge von Lalitpur43 suchen Nehmen Sie Lalitpur43 in Ihre Freundesliste auf
Gyöngyi Gyöngyi ist weiblich
Administrator




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ja, ja!
Ihr habt ja beide Recht.

Trotzdem fällt mir auf, dass, jetzt mal Messies unbeachtet, vor allem bei Künstlertypen viele Chaoten anzutreffen sind.

Einen Grund kenne ich vielleicht sogar:
Ordnung machen braucht enorm viel Zeit, die der Künstler leiber für seine Werke verwenden will.
Hat er für seine Malerei während einer Stunde 50 Farben gebraucht, die nun alle um ihn herumliegen, und würde er die wieder versorgen, um beim nächsten Mal wieder hervorholen zu müssen.... grins

Die meisten Künstler finden ihre Sachen im Chaos sogar besser und schneller, als in der Ordnung. Winken


29 Dec, 2015 14:02 49 Gyöngyi ist offline Email an Gyöngyi senden Homepage von Gyöngyi Beiträge von Gyöngyi suchen Nehmen Sie Gyöngyi in Ihre Freundesliste auf AIM Screenname: keine YIM Screenname: keine
james james ist männlich




Dabei seit: 30 Sep, 2012
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"Auch Mütter lernen dazu" steht im Titel; es gibt aber auch welche, die "es" nie lernen oder nicht wollen.

http://www.20min.ch/community/stories/st...Hure---26268398


12 Nov, 2017 19:04 06 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
Lalitpur43 Lalitpur43 ist weiblich




Dabei seit: 15 Sep, 2012
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Sieht fast so aus als wenn ich froh sein könnte, dass ich keine Schwiegereltern habe und hatte. Ich habe eine Schwägerin. Wir verstehen uns gut.


14 Nov, 2017 10:17 12 Lalitpur43 ist offline Email an Lalitpur43 senden Beiträge von Lalitpur43 suchen Nehmen Sie Lalitpur43 in Ihre Freundesliste auf
Gyöngyi Gyöngyi ist weiblich
Administrator




Dabei seit: 02 Sep, 2012
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grins

ich hatte eine Schwiegermutter!
Obwohl wir nicht immer ein Herz und eine Seele waren, kamen wir miteinander gut aus und ich hbae sie grundsätzlich geliebt.

Dafür hatte ich mit meiner Schwägerin das Heu absolut nicht auf der gleichen Bühne.

Wir glänzten seit Anfang durch "einander ausweichen" und geflissentlich übersehen respektive überhören, wenn Ausweichen nicht mehr möglich war. grins


18 Nov, 2017 13:54 43 Gyöngyi ist offline Email an Gyöngyi senden Homepage von Gyöngyi Beiträge von Gyöngyi suchen Nehmen Sie Gyöngyi in Ihre Freundesliste auf AIM Screenname: keine YIM Screenname: keine
james james ist männlich




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Sie meint ja auch, mir sagen zu müssen, was sich gehört, was ich alles falsch gemacht hätte usw. Seit sie auf der Welt ist, hat sie etwas gegen mich.


19 Nov, 2017 00:04 13 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
james james ist männlich




Dabei seit: 30 Sep, 2012
Beiträge: 8516

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Im folgenden Zeitungsartikel geht es um das Loslassen können, also die Kinder von der Leine zu lassen, in der Annahme oder im Gewissen, dass sie ihren Weg gehen mögen.

Liebe Schwester, zeig mir, wie Loslassen geht

Von ihrer älteren Schwester hat unsere Bloggerin einst gelernt, wie man gross und cool wird. Jetzt schaut sie bei ihr ab, wie die wohl grösste aller Elternaufgaben gelingt.

Meine liebe Schwester
Wo fange ich an? Am besten am Anfang. Nur 18 Monate warst du «alleine» in unserer Familie – bis wir gemeinsam die elterliche Wohnung mit Leben füllten. Von Kindesbeinen an warst du mir eine unglaublich tolle, grosse Schwester. Ich hatte nicht nur eine – nein – ich hatte zwei Mütter. Du hast auf mich gewartet, mich an die Hand genommen, wenn ich auf unserem täglichen Spaziergang mit meinen kurzen Beinen mal wieder nicht mithalten konnte. Später in der Schule hast du mir bei den Hausaufgaben geholfen, ich durfte bei deinen Französischblättern abschreiben. Wir haben uns gegen unsere Eltern verbündet, waren ein unschlagbares Gespann, hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Als Teenie hast du mir vorgelebt, wie man gross und cool wird, wie man Töffli und später Auto fuhr – was habe ich durch dich nicht alles gelernt! Auch die gemeinsamen Reisen und Trips an internationale Tennisturniere bleiben unvergesslich.
«Leg d’Schueh a, mir gönd go laufe», hast du mir befohlen, als ich mitten in meinem ersten grauenhaften Liebeskummer steckte – gekocht hast du und mich auf andere Gedanken gebracht. Schliesslich warst es auch du, die mich mit meinem Ehemann zusammenbrachte. Für diese Verkuppelung bin ich dir ein Leben lang dankbar! Und dann kamen die Kinder. Natürlich deine zuerst. Mit der Geburt deines Sohnes wurde ich nicht nur Tante, sondern auch gleich noch stolzes Gotti. Ein überwältigtes, stolzes Gotti, das nicht fassen konnte, wie so ein perfektes Menschlein aus deinem kugelrunden Bauch schlüpfen konnte.
Zwei Jahre danach wurdest du Zweifachmama und ich doppelte mit meinen beiden Mädels nach. Nun sind einige Jahre ins Land gezogen. Eine Zeit, die geprägt war durch Erziehung, Begleitung und Betreuung unserer Kinder. Der Löwenanteil unseres Lebens bestand aus Kinderfreuden und Kindersorgen. Wir sind mit ihnen mitgegangen, haben alle Phasen und Entwicklungen mit ihnen durchgemacht. Natürlich haben wir auch gearbeitet, haben unsere Freundschaften und Beziehungen gepflegt, aber Priorität hatten immer unsere Kinder. Wir waren unseren Kindern Beschützerin, Krankenschwester, Zuhörerin, Vertraute, Mutmacherin, Lehrerin, Chauffeurin, Vorbild, Trösterin, Organisatorin und Wegbegleiterin. Ich schreibe bewusst im Präteritum.
So langsam löst sich das Mutter-Kind-Konstrukt nämlich auf. Manche Verbindungen wurden bereits eingestellt, gewisse Dienstleitungen braucht es nicht mehr. Sprich, unsere Kinder sind nicht nur selbständig geworden, sie nabeln sich auch immer mehr von uns ab. Meine Mädels brauchen mich natürlich noch mehr als deine. Dein Sohn, mein Gottebueb, fährt nun Auto, kann völlig frei entscheiden, wann er wohin geht und mit wem. Bald schon feiert er mit Bravour seine Lehrabschlussprüfung. Freud und Leid teilen sie längst und hauptsächlich mit ihren Freunden und Freundinnen. Sie entscheiden immer öfters für ihr Leben, übernehmen – im besten Fall – Verantwortung. Sie gehen ihren Weg.
Das ist gut so. Richtig und gesund. Wir wissen das und freuen uns, wenn sie etwas erreicht haben und sie vorwärts kommen – ganz ohne unsere Unterstützung. Aber es gibt auch die andere Seite. Nicht immer sind die Ideen und Verhaltensweisen unserer «Immer-Noch-Kinder» klug und durchdacht. Bei manchen Furzideen sträuben sich unsere Nackenhaare, manche Gedankengänge sind für uns nicht nachvollziehbar.
Natürlich wissen wir rational, dass Erfahrungen alleine gemacht werden müssen, ohne Mami an der Hand. Auch die Schlechten. Das weiss aber oft nur der Kopf und nicht das Herz. Dann wird es schwierig. Weil unsere heranwachsenden Kinder unsere altbackenen Ratschläge so was von bünzlig finden. Überhaupt zwingt ihr Drang zur Abnabelung sie dazu, in die Opposition zu gehen. Das bedeutet nun für uns Eltern, dass wir unsere Ansichten und Meinungen zwar äussern dürfen (und sollen!), wir aber nicht auf Zustimmung hoffen sollten. Stattdessen heisst das Zauberwort des Prozesses in dem wir stecken: Loslassen, Loslassen, Loslassen. Ich glaube, es ist DIE Aufgabe für uns Eltern schlechthin. Und die Schwierigste zugleich.
Wie ich einst bei den Französischblättern spicken konnte, kann ich nun bei der Kindererziehung bei dir abschauen.
Du, meine liebe Schwester, bist mir immer eine Nasenlänge voraus. Wie ich einst bei den Französischblättern spicken konnte, kann ich nun bei der Kindererziehung und dem Loslassen bei dir abschauen. Was für ein Geschenk für mich. Es steckt in deiner Natur und deinem Charakter, dass du ein sehr fürsorglicher Typ bist. Du kümmerst dich und setzt dich für deine Liebsten ein wie eine Löwin. Du bist eine Macherin mit wachem Geist, viel Herz und Engagement. Die geborene Mutter! Ja, dieses Bemuttern schlummerte schon als Kind in dir. Glaube mir, du hast es mehr als gut gemacht mit der Erziehung deiner Kinder, hast ihnen viel Gutes mitgegeben und vorgelebt. Du bist auf gutem Weg, deine Kinder in die grosse weite Welt zu entlassen. Du kannst loslassen. Doch wie wir von unserer lebensklugen Mutter wissen: Kinder haben ist wie ein Virus. Ein lebenslanger Virus. Einmal Mutter – immer Mutter! «Glaubt ja nicht, das ‹Kümmern› höre auf, wenn sie erst mal erwachsen sind», prophezeite jüngst unsere Mutter. Sie wird Recht haben wie immer. Ein unsichtbares Mutter-Kind-Band wird nicht getrennt werden können.

Und ein solches Band gibt es auch unter Geschwistern! Ich bin heute für dich da und werde da sein, wenn unsere Kinder längst ausgezogen sind, selber Familien gründen und ihre Wege gehen. Dann haben wir wieder viel Zeit für Reisen und Treffen, bei Kaffee und Kuchen in Erinnerungen zu schwelgen, alte Zeiten hochleben zu lassen und Neuem Platz zu machen. Ich freue mich jetzt schon auf die neu gelebte Schwesternzeit mit dir.
Deine Bigi

https://www.tagesanzeiger.ch/liebe-schwe...ht-550867774029


07 Apr, 2021 23:29 24 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
Lalitpur43 Lalitpur43 ist weiblich




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Das ist ein interessantes Thema. Ich finde es zudem ein schwieriges Thema. Wir sind mittendrin während es bei euch schon weiter ist.
Ich finde es äusserst schwierig zu wissen wie viel los lassen gut ist. Da braucht es ein gutes Gefühl fürs Kind. Zudem noch jedes anders ist. Bei der Tochter können wir viel mehr los lassen, weil sie es gut meistert. Beim Sohn ist das um einiges schwieriger. Es braucht viel Vertrauen.

Von daher spricht mich das Thema an. Und es ist sicher richtig, dass auch ein Loslassen unter Geschwistern gelernt sein muss.


28 Apr, 2021 13:49 33 Lalitpur43 ist offline Email an Lalitpur43 senden Beiträge von Lalitpur43 suchen Nehmen Sie Lalitpur43 in Ihre Freundesliste auf
james james ist männlich




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Noch so etwas betr. Problemen und Pubertät etc. aus dem Tagesanzeiger.

Mamablog: Tipp für Teenie-Eltern
Die winzige Schublade namens Pubertät
Warum wir Jugendlichen keinen Gefallen tun, wenn wir dauernd ihren Entwicklungsstand erwähnen.
Sabine Sommer

Einmal die Woche spaziere ich mit meinen Kindern zur Schule und nehme dort den Bus ins Büro. Ich mag dieses Ritual, denn selten erfahre ich so viel über ihren Schulalltag, wie bei diesem gemeinsamen Gang. Doch kürzlich sagte mein Sohn in der Hälfte des Weges: «Gell Mama, du kannst ruhig schon da den Bus nehmen!», und mit einem so verlegenen wie bestimmten Blick deutete er auf die Bushaltstelle vor uns. Der Wink mit dem Zaunpfahl kam an: Mit elf ist es langsam uncool, mit Mutti im Schlepptau gesichtet zu werden.
«Wie gross er geworden ist!», dachte ich berührt und leicht bedrohlich blinkte das Wort «Pubertät» vor mir auf.
«Ich bin immer noch Mensch und nicht nur in der Pubertät»
Zwei Tage später stiess ich zu Hause ausgerechnet auf jenen längst vergessenen Zettel, den ich mit etwa dreizehn geschrieben hatte und auf dem in dramatischen Lettern steht: «Ich bin immer noch Mensch und nicht nur in der Pubertät!». Grinsend sank ich mit dem leicht vergilbten Papier aufs Sofa und fuhr in Zeitmaschinen-Tempo zurück zu dem Lebensgefühl, das mich damals umgab und mich diese Zeilen hatte schreiben lassen. Schlagartig erinnerte ich mich, wie unerträglich begrenzend ich die Benennung meines Entwicklungsstands empfand.
Dass diese «Diagnose» aus jedem Konflikt eine Einbahn in meine Richtung zu machen schien. Nur schon der Klang dieses Wortes löste bei mir ähnlichen Ekel aus wie die Pickel, die ich vergeblich mit Zahnpasta zu bändigen versuchte. Ich fühlte mich klassifiziert von diesem Wort und Klassifizierung war zu jener Zeit das Gegenteil meiner allumfassenden Verwirrung. Wie unpassend schien es mir, ausgerechnet jetzt in eine Schublade gesteckt zu werden, wo ich doch in keine mehr passte. Und wie sehr ich mich doch dagegen sträubte, umrissen zu werden, jetzt, wo ich Grenzen aufweichen wollte.
Bedeutsam und träge zugleich
Eine akkurat beschriftete Schublade war auch das Gegenteil meiner Verwirrung darüber, dass mein Interesse an der Postlieferung damals plötzlich nicht mehr der Briefmarke für meine Sammlung, sondern ihrem Überbringer galt. Jenem jungen Postboten, der mein Herz auf eine Weise zum Schlagen brachte, wie es bis anhin nicht mal Donald Duck schaffte. So entsprach die mir zugewiesene Schublade auch dem Gegenteil meiner empfundenen Erschütterung, als ich eines Tages beschloss, mich neben dem Briefkasten in Pose zu werfen, als just an dem Tag ein alter, grauer Briefträger auf dem Mofa herbeituckerte. Jener hübsche Briefträger, antwortete er mir, sei nur eine Aushilfe gewesen und kehre nimmer wieder.
Dass ich mich mit ganzem Mut für eine neue Sichtweise entschieden hatte und dem einzig Ernüchterung entgegengesetzt wurde, verstörte mich endgültig. Denn schliesslich war alles so bedeutsam zu jener Zeit. Und gleichzeitig so träge und ereignislos wie ein viel zu heisser Sommertag. In einem Moment schien mir die Welt zu gehören, im nächsten konnte ich mir nicht vorstellen, je einen Platz in ihr zu finden. Ein profanes Fremdwort wie «Pubertät» konnte all den Widersprüchen in mir nicht gerecht werden. Sowieso schien dieses Wort einzig der Beruhigung der Erwachsenen zu dienen.
Von Heldin zur wandelnden Zumutung
Diese gleichzeitig verlorene wie zielstrebige Wucht jugendlicher Gefühle möchte ich bei der nahenden Pubertät meiner Kinder nicht vergessen. Klar, ich habe leicht reden. Noch sage ich zu meinen Kindern Sätze wie: «Hallo, ich kann nur einem von euch zuhören!» Doch mir ist bewusst, dass daraus bald ein: »Hallo, redet vielleicht mal jemand mit mir?», entstehen kann. Schliesslich weiss ich von vielen Freundinnen, wie ungemütlich es ist, von der Heldin zur wandelnden Zumutung abzusteigen und die Launen Jugendlicher auszuhalten. Vielleicht wird es so kommen, vielleicht aber nicht. Vielleicht werde ich in meiner Verzweiflung auch mit dem Wort «Pubertät» um mich schlagen, wie eine Zweijährige mit ihrer Sandkastenschaufel. Wer weiss.
Doch ich habe ja den vergilbten Zettel noch. Und sollte alles nichts nützen, werde ich ihn meinen Kindern, äh Jugendlichen, wortlos präsentieren. Denn vieles, was wir sagen, verliert für unsere Kinder in dieser Zeit vielleicht an Wichtigkeit. Aber eines bestimmt nicht: «Ich war auch mal an diesem Punkt im Leben und ich erinnere mich gut daran. Und weisst du was? Ich glaube an dich.»

https://www.tagesanzeiger.ch/die-winzige...et-746837969053


20 Jun, 2021 18:14 39 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
james james ist männlich




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Wen es nichts nützt, ist es wenigstens etwas Lesestoff. Immerhin geht es ja auch und schon wieder um die Pubertät, auch wenn hier ein Vater spricht, und Väter dürfen oder sollten ja auch etwas dazulernen, nicht nur die Mütter.

Papablog: Ach, Teenager!Die Paradoxie der Pubertät
Ein Stiefvater fragt sich, warum ihn das oft widersprüchliche Teenie-Getue dermassen nervt. Ist er womöglich zu genau dem Erwachsenen geworden, der er nie sein wollte?
Reto Hunziker

Die anstrengendsten (und gleichzeitig unangestrengtesten) Geschöpfe der Welt. Zerbrechlich, egozentrisch, voller Irrungen und Wirrungen. Gleichzeitig so aufmüpfig, so möchtegern. Sie sind kaum auszuhalten.
Ich meine: Wie kann man sich mit Alkohol und Drogen zudröhnen (ganz klar: Eskapismus!), obwohl man vom richtigen Leben noch nicht mal gekostet hat. Das ist ja wie sich für einen Sport zu dopen, für den man noch nicht mal trainiert hat. Oder zu spicken, bevor man versucht hat zu lernen. Muss beziehungsweise kann man das verstehen?
Faul, voller Komplexe, laut und überstellig
Teenager wollen erwachsen sein und ernst genommen werden, schaffen es aber trotz Wecker nicht rechtzeitig aus dem Bett. Sie möchten nicht faul genannt werden, sind aber zu faul, um zu beweisen, dass sie nicht zu faul sind. Insgeheim wollen sie nicht, dass man sie bewertet, da voller Komplexe, sind aber die ganze Zeit laut, auffällig, extrovertiert und überstellig. Aargh! Diese Widersprüche!
Es ist ein wenig wie mit den Wespen: richtig sauer kannst du auf sie nicht sein, weil ihr Hirn nicht richtig funktioniert, ausserdem sind sie schutzbedürftig, aber irgendwie schaffen sie es doch immer wieder, dich auf total penetrante Art und Weise in den Wahnsinn zu treiben. Weil sie zum Beispiel auch nach dem hundertsten Erklärungsversuch nicht schnallen, dass sie das Geschirr nach Gebrauch in den Spüler räumen sollen.
Aber genug gebasht und pauschalisiert (zumal es DEN Teenager genauso wenig gibt wie DEN Mann). Je öfter mich das Teenie-Getue nervt, desto intensiver spüre ich, dass es etwas mit mir zu tun haben muss. Warum triggert mich ein 15-Jähriger dermassen? Wie war ich damals? Habe ich meine Eltern auch so strapaziert? Muss das so sein? Bin ich zu meinem Vater geworden? Bin ich alt geworden? War das nicht genau das, was ich verhindern wollte?
Total paradox
Im Prinzip müsste ich doch darüberstehen können und sagen: Sie sind jung und leichtsinnig und das ist in Ordnung. Aber irgendwie schaffe ich das nicht. Vielleicht gerade weil ich ihr Verhalten auf mich selbst beziehe.
Konkretes Beispiel: Wenn ich ehrlich bin, will ich nicht, dass sich mein Stiefsohn so verhält wie ich damals. Ich glaube, weil ich mir rückblickend selbst unsympathisch bin. Mir fallen spontan ein paar Dinge ein, auf die ich nicht stolz bin und die ich rückblickend gerne nicht gemacht hätte (alles harmlos, z.B. hochmütig, eingebildet oder arschig gewesen – aber trotzdem). Andererseits: Ich habe daraus gelernt. Vielleicht ist genau das der Punkt: Womöglich möchte ich nicht, dass die Jungen dieselben Fehler machen, wie ich sie gemacht habe. Und das ist natürlich dämlich, denn sie müssen die Fehler (selber) machen, wie ich damals, sonst lernen sie ja nicht daraus.
Obwohl ich vielleicht lockerer gewesen wäre, hätte ich als Teenie gewusst, was ich jetzt weiss. Wie erleichternd wäre es gewesen, hätte ich damals schon eingesehen, dass es viel wichtiger ist, mir selbst etwas zu beweisen als anderen. Oder dass es mehr bringt, authentisch zu sein als den Halbstarken zu spielen. Wobei fraglich ist, ob man in dem Alter überhaupt authentisch sein kann – die Persönlichkeit entwickelt sich ja erst; unter anderem, indem man viel ausprobiert und schaut, ob einem das auf lange Sicht entspricht oder nicht. Ich sag ja, total paradox.
Die Hölle sind die anderen
Vieles, was sich im Teenageralter etabliert, wird unsere Persönlichkeit für lange Zeit prägen. Umso unverständlicher, wie leichtfertig Teenies handeln. Völlig banales und harmloses Beispiel: Ein Junge aus meiner Klasse entwickelte als ungefähr 13-Jähriger einen stark wippenden Gang, den er bis heute erhalten hat respektive nicht losgeworden ist. Mit 13 vermittelte er: Ich bin cool. Heute: Ich laufe seltsam. Ist das schlimm? Natürlich nicht. Aber möchte ich wirklich etwas fürs Leben mitnehmen, was ich in meiner hirnrissigsten Phase entdeckt habe? Lieber auch nicht.
Folgenreicher ist allerdings das Rauchen: Sehr viele (vielleicht sogar die meisten) Kettenraucher haben doch als Teenie damit angefangen. Weil sie dazugehören, cool sein wollten, aus Gruppenzwang oder anderen fragwürdigen Gründen. Wie unvernünftig.
Davor würde ich gerne warnen, darf aber nicht helfen, weil es wichtig ist, dass Teenager Fehler machen – und daraus lernen. Vielleicht brauche eher ich Hilfe, der ich es ja nicht aushalte. «Die Hölle sind die anderen» ist einfach gesagt, aber jemand muss diese ja auch als Hölle empfinden. Ob ich selbst aus meiner Pubertät zu wenig gelernt habe? Oder zu viel? Es ist verflucht paradox.

https://www.tagesanzeiger.ch/die-paradox...et-874275758603


20 Jun, 2021 18:50 33 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
james james ist männlich




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Pubertierende erfordern unser ganzes Können und Wissen und verlangen auch von Erwachsenen viel Nerven und sich manchmal selbst in den Zaum zu nehmen.

Mamablog: Draht zu Pubertierenden
Hilfe, wo ist mein Mutterinstinkt hin?
Unsere Autorin fühlt sich von ihrem mütterlichen Kompass bei ihren Teenie-Töchtern im Stich gelassen und fragt sich, wie sie ihn wiederfinden könnte.

Wo ist er nur hin? Irgendwann in den letzten 14 Jahren scheine ich ihn verloren zu haben! Ich rede vom mütterlichen Instinkt. Bereits frischgebackene Mütter wissen instinktiv, wann ihr Neugeborenes Hunger hat, überreizt und müde ist, was es zu faszinieren scheint und wann sich Bauchschmerzen ankündigen. Sie haben ein Gespür für ihr Baby, sie «lesen» es geradezu und erwachen fünf Minuten früher auf, bevor Krümmelchen mit dem ersten Genürze nach dem Mitternachtsnack verlangt. Also bei mir war das so.
Auch in der Kleinkinderzeit und lange bis in die Schuljahre hinein, war ich mir sicher, mein Kind und seine Bedürfnisse genau zu kennen und wahrzunehmen. In den meisten Fällen wusste ich zu handeln.

Verschlossene Türen
Doch nun stehe ich des Öftern vor meinen Teenie-Töchtern (oder vor deren verschlossenen Türen) und frage mich, was diese rätselhaften Wesen mir sagen wollen. Bekanntermassen erzählen sie eben nicht mehr viel oder alles, und da wären hellseherische Fähigkeiten ein Segen.
Was sagt mein mütterlicher Navigator zu Themen wie Handykonsum versus medienfreie Zeit, abmachen versus Abmachungen, Alkohol versus Küchendienst, Schulnoten versus Feiern, Kleider shoppen versus Kleider waschen? Was sagt mir mein Bauchgefühl?
An der Front sorgen Zwischentöne für die Musik – oder für den Katzenjammer.
Nun, da meldet sich manchmal gar nix. Mal bleibt es ratlos und stumm wie ein Fisch, mal blubbert es in alle Richtungen. Welche Entscheidung ist richtig, welche falsch? Gewähren und Erfahrungen sammeln lassen oder durchgreifen und beharrlich bleiben? In der Theorie und in Ratgebern immer sehr einfach, doch an der Front sorgen Zwischentöne für die Musik – oder für den Katzenjammer.
Der mütterliche Kompass lässt pupertätsbefallene Mütter also im Stich. Ausgerechnet! Zumindest bei mir stinkt und hinkt der Instinkt zuweilen.
Im Allgemeinen scheinen unsere elterlichen Antennen, unsere Intuition, mehr und mehr zu verkümmern, beziehungsweise wir lassen uns verunsichern durch zu viele Informationen aus zu vielen Quellen und durch zu viele Meinungen anderer Mitwurstler. Mir ist aufgefallen, dass in Elternforen geradezu skurrile Fragen gestellt werden, die wiederum für mich Fragen aufwerfen.
Können Jugendlichen all diese Fragen nicht selbst beantworten?
Da fragt etwa eine Mutter in die Online-Runde, welche Trinkflasche wohl die Beste sei für ihren 16-jährigen Sohn. Oder: Was lesen eure Teenie-Söhne für Bücher? Oder: Ich habe da mal eine 6.-Klasse-Mathe-Frage.
Grundsätzlich bin ich froh, dass diese Eltern keine wirklichen Probleme haben. Allerdings frage ich mich dann doch, ob die Jugendlichen all diese Fragen nicht selbst beantworten könnten und warum sich deren Eltern in solche Angelegenheiten überhaupt einmischen.

Plötzlich ist alles möglich
Auch das Selbstverständnis der Eltern wandelt sich: von der schwarzen Pädagogik der Nachkriegsjahre zur demokratischen Familie, in der Eltern nicht mehr befehlen, sondern verhandeln und begründen. Was gut ist, aber gemeistert werden muss. Die Krux: Für diese Situationen gibt es oft kein Rezept, an dem sich Eltern orientieren können. Die Kluft zwischen neuen Leitbildern, Ratgeberliteratur und dem realen Leben bringt das Familiensystem in Schieflage. Alles ist möglich. Das trägt zur Verunsicherung bei.
Die Frage lautet also: Wie finden wir wieder zurück zu unserem ganz eigenen «Gschpüri» für unsere Heranwachsenden? Mein erster Tipp – sich zunächst keine Hilfe holen! Schliesslich kennen Eltern ihr Kind am besten. Betrachten wir vermeintliche Sorgen aus Distanz und objektiv.
Weiter schlage ich vor, in einer akuten Situation nur eine Person oder eine vertrauensvolle Quelle anzuzapfen. Früher war das die Grossmutter, heute oft das Internet. Aber geben diese Info-Tsunamis auch wirklich Ratschläge, die mir in meiner Situation weiterhelfen?

Der wohl beste, jedoch weniger greifbare Tipp: vertrauen.

Eine langfristige Lösung könnten meiner Meinung nach Eltern-Kurse sein. Wie hilfreich war damals der Gang zur Mütterberatung. Leider gibt es später wenig solche Anlaufstellen. Kürzlich nahm ich an einem Online-Kurs über «Die Pupertät» teil. Wir waren eine kleine Gruppe von acht Vätern und Müttern. Wie wertvoll war der gegenseitige Austausch über «Sörgeli» und Nöte, gerade auch mit Wildfremden, die jedoch alle im gleichen Boot ruderten.
Und der wohl beste, jedoch weniger greifbare Tipp: vertrauen. Vertrauen ins Leben, in die eigenen Fähigkeiten und Handlungen und – Vertrauen ins Kind haben!

Überlassen wir das Feld der Jugend!
Vielleicht hilft es, von Babies abzuschauen. Sie schlafen, wenn sie müde sind, sie trinken, wenn sie Durst haben, essen wenn sie hungrig sind. Sie sind in der Lage, den Signalen ihres Körpers zu folgen. Sie fühlen, was sie brauchen und wählen instinktiv, was ihnen gut tut.
Aha! Erkenntnis des Tages: Vielleicht muss ich mich als Mutter von Teenagern gar nicht mehr so sehr auf meine Instinkte verlassen. Vielmehr ist es wichtig, dass gerade auch Jugendliche Zugang zu ihren Bedürfnissen und Gefühlen haben – zu ihren Instinkten. Dieses (Übungs)feld sollten wir ihnen getrost überlassen.

https://www.tagesanzeiger.ch/hilfe-wo-is...in-891876724709


22 Aug, 2021 16:36 18 james ist offline Email an james senden Beiträge von james suchen Nehmen Sie james in Ihre Freundesliste auf
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